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„Den eigenen Tod immer ein bisschen im Auge behalten: das beruhigt und erfrischt zugleich."
Niklas Stiller (*1947), dt. Arzt, Journalist und Schriftsteller

 

Testament

 

testament1 400Haben Sie sich schon einmal konkret die Frage gestellt, wer nach Ihrem Tod den Nachlass erben soll bzw. wie Ihr Nachlass im Rahmen der Vererbung aufgeteilt werden soll? Sicherlich ist auch dieses eine Frage, der man im Alltag gerne ausweicht. Unser Tipp: Nehmen Sie auch in diesem Bereich das Heft in die Hand und verfassen Sie ein Testament, in dem Sie persönlich die Vererbung Ihres Vermögens festschreiben können. Nur wer zu Lebzeiten seinen letzten Willen im Rahmen eines Testaments oder im Rahmen eines Erbvertrages regelt, kann verhindern, dass das vorhandene Vermögen im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge aufgeteilt wird. Sollten Sie keines der hier aufgeführten Dokumente erstellen, gilt im Todesfall die gesetzliche Erbfolge.

 

Das deutsche Erbrecht regelt die Erbfolge

Das deutsche Erbrecht gibt klare Regelungen für die gesetzliche Erbfolge vor. Insofern können nach rechtlicher Grundlage nur Verwandte eines Erblassers / einer Erblasserin als Erbe in Frage kommen. Mit dem Begriff „Verwandte" werden alle Personen eingeschlossen, die gemeinsame Eltern, gemeinsame Großeltern und gemeinsame Urgroßeltern haben. Natürlich können mögliche Erben auch noch weiter entfernte gemeinsame Vorfahren sein. Von zentraler Bedeutung ist somit die Frage, ob und mit wem der Erblasser gemeinsame Vorfahren hat.

 

Ausnahmen von der Verwandtenerbfolge

In zwei Fällen rückt das Erbrecht von der eindeutigen Definition „gemeinsame Vorfahren" ab. So sind, nach dem Gesetz, adoptierte Kinder den leiblichen Kindern gleichgestellt. Eine weitere Ausnahme von der Verwandtenerbfolge betrifft den Ehepartner. Auch hier wird ein eigenes Erbrecht abgeleitet, obwohl kein Verwandtschaftsverhältnis in oben dargestellter Konstellation vorhanden ist.

 

Aufteilung des Nachlasses an Ehepartner und Kinder

Nach den gesetzlichen Bestimmungen erben, soweit durch einen Ehevertrag keine Gütertrennung vereinbart ist, zunächst der Ehepartner und die Kinder des Erblassers. Dabei steht dem Ehepartner die eine Hälfte und den Kindern gemeinsam die andere Hälfte des Nachlasses zu. Grundsätzlich ergibt sich die Erbfolge aus dem Grad der Verwandtschaft. Dabei erfolgt zunächst eine Einteilung in Erben erster, zweiter und dritter Ordnung. In der Gesamtheit bilden die gesetzlichen Erben die sog. Erbengemeinschaft.

 

Erben erster Ordnung: Hierzu zählen zunächst die Kinder des Erblassers / der Erblasserin. Adoptierte Kinder sind, wie oben bereits dargestellt, den leiblichen Kindern gleichgestellt. Die Kinder erben jeweils zu gleichen Teilen. Sollten Kinder bereits verstorben sein, so rücken die Enkelkinder nach. Falls es insgesamt keine lebenden Nachkommen mehr geben sollte, so folgen die

 

Erben zweiter Ordnung: Als Erben zweiter Ordnung sind zunächst die Eltern des Erblassers / der Erblasserin zu nennen. Sollten die Eltern nicht mehr leben, so treten an deren Stelle die Geschwister des Erblassers / der Erblasserin. Die Geschwister zählen somit, als Nachkommen der Eltern, auch zu den Erben zweiter Ordnung. Sollten auch sie nicht mehr leben, so geht der Nachlass an die Erben der dritten Ordnung.

 

Erben dritter Ordnung: Zu dieser Ordnung zählen die Großeltern und deren Kinder. Falls zur Zeit des Erbfalls die Großeltern leben, so erben sie allein zu gleichen Teilen. Sollten die Großeltern nicht mehr leben, so treten deren Abkömmlinge als Erbe des Nachlasses auf. Insofern können Onkel, Tanten, Cousinen und Cousins des Erblassers / der Erblasserin für die Beerbung in Frage kommen.

 

Durch ein Testament die Erbfolge festlegen

Sicherlich geht es bei der Frage, ob Sie ein Testament aufsetzen sollten oder nicht, um eine sehr persönliche Entscheidung. Letztendlich ist es eine Entscheidung für bzw. gegen die Anwendung der, im Bürgerlichen Gesetzbuch und im Lebenspartnerschaftsgesetz festgeschriebenen, gesetzlichen Erbfolge. Nur für den Fall, dass Sie ein Testament erstellen, können Sie selbst festlegen, wen Sie als Erben festlegen. Mit dem Testament wird der Nachlass ausschließlich den im Testament aufgeführten Erben zugesprochen. Gerade wenn es um die Vererbung größerer Werte oder um eine unternehmerische Nachfolgeregelung geht, ist es unbedingt ratsam, ein Testament zu erstellen.

 

Nächsten Verwandten und Ehegatten steht Pflichtteil zu

Es ist zudem wichtig zu wissen, dass Sie bei der Vererbung Ihres Vermögens keineswegs nur Ihre Verwandtschaft berücksichtigen müssen. Ein Erblasser kann letztwillig − festgeschrieben im Testament − jede Person oder jede Institution als Erbe einsetzen. Diese Aussage würde uneingeschränkte Gültigkeit haben, wenn da nicht das Pflichtteilsrecht im Gesetz verankert wäre. Letztendlich wird dadurch die Aussage, dass jede beliebige Person oder Institution den Nachlass erben kann, zu einem gewissen Grad eingeschränkt. Nach den gesetzlichen Bestimmungen des Pflichtteilsrechts steht in jedem Fall, auch bei anders lautendem Testament, den nächsten Verwandten und auch dem Ehegatten, zumindest ein Teil des Erblasservermögens zu.

 

Enterbung kann nur in wenigen Ausnahmen erfolgen

Grundsätzlich können durch ein Testament nahe Angehörige enterbt werden. Dieses hat jedoch nicht zur Folge, dass der ausgeschlossene Erbe gar nichts aus der Erbmasse erhält. Es ist hingegen so, dass er nach § 2303 BGB immer einen Pflichtteil erhält. Dieser Pflichtteil besteht immer in Höhe der Hälfte des Anspruchs, den der Enterbte nach der normalen gesetzlichen Erbfolge erhalten hätte.

 

Berechnung des Pflichtteils gesetzlich geregelt

Nach § 2310 BGB sind bei der konkreten Berechnung des Pflichtteils alle Verwandten mit einzubeziehen, die wegen Ausschlagung bzw. wegen Erbunwürdigkeit oder wegen Enterbung ausgeschlossen wurden. Nicht ausgeschlossen, so die weitere gesetzliche Regelung, sind hingegen diejenigen Personen, die wegen eines Erbverzichts nicht zu Erben benannt wurden. Einen grundsätzlichen Anspruch im Rahmen des Pflichtteilsrechts haben die Eltern, der Ehegatte und die Nachkommen / Abkömmlinge des Erblassers. Gleiches gilt für eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartner. Letzteres ist im § 10 Abs. 6 LPartG gesetzlich geregelt.

 

Testament − ja oder nein?

Grundsätzlich ist dabei dringend zu empfehlen, sich des Rates eines sachkundigen Notars, Rechtsanwaltes ggf. auch Steuerfachmannes zu bedienen, bevor man ein Testament errichtet.

 

Das Testament

Das Testament (§ 1937 BGB) ist die häufigste Form einer Verfügung von Todes wegen. Es gibt verschiedene Formen der Testamente. Bei der Errichtung eines Testaments sind besondere Formerfordernisse zu beachten.

Testierfähig ist jeder, der voll geschäftsfähig ist, also das 18. Lebensjahr vollendet hat. Das Testament kann entweder privatschriftlich, d. h. unter Angabe von Ort und Datum eigenhändig (handschriftlich!) geschrieben und unterschrieben oder als öffentliches Testament durch Erklärung des letzten Willens vor einem Notar errichtet werden.

Sind die Formerfordernisse nicht erfüllt, ist das Testament ungültig und es tritt stattdessen die o. g. gesetzliche Erbfolge ein.

Das öffentliche Testament vor dem Notar wird in jedem Fall in die amtliche Verwahrung des Amtsgerichtes gegeben und im Todesfall geöffnet. Das eigenhändige Testament kann man dagegen zu Hause aufbewahren oder wo man es sonst für richtig hält. Es ist jedoch sinnvoll, auch dieses in sogenannte besondere amtliche Verwahrung zu geben. Dies erfolgt bei dem Amtsgericht, bei dem der Erblasser seinen Wohnsitz hat. Im Falle des Todes des Erblassers wird das Gericht automatisch benachrichtigt und eröffnet den Erben den Inhalt des Testamentes.

 

Das gemeinschaftliche Testament

Für Ehegatten lässt das Gesetz zu, dass beide Ehegatten in einer Urkunde ein gemeinschaftliches Testament niederlegen. Auch dieses Testament kann sowohl eigenhändig (privates Testament) als auch in öffentlicher Form als notarielles Testament errichtet werden. Beim eigenhändigen Testament schreibt einer der Ehepartner den gemeinsamen letzten Willen handschriftlich auf und beide Ehepartner unterschreiben.

Eine besonders beliebte Form des gemeinschaftlichen Testaments ist das sogenannte „Berliner Testament", bei dem sich die Ehegatten gegenseitig als Erben einsetzen, gleichzeitig aber bestimmen, dass nach dem Tode des länger Lebenden der beiderseitige Nachlass an einen oder mehrere Dritte, in der Regel die Kinder, fallen soll. Praktisch bedeutet dies für den ersten Todesfall eine Enterbung der Kinder. Diese sind in diesen Fällen berechtigt, aus dem Nachlass des erstversterbenden Elternteils ihren Pflichtanteil (dies ist die Hälfte des gesetzlichen Erbanteils) zu fordern. In der Regel werden sie allerdings mit Rücksicht auf ihre Erbeinsetzung beim zweiten Todesfall nichts tun.

 

Gegenstand letztwilliger Verfügungen

Durch das Testament bestimmt der Erblasser frei, wem er sein Vermögen zukommen lassen will. Er kann von der gesetzlichen Folge für einen oder alle Erben abweichen. Er kann ferner Ersatzerben einsetzen, wenn diejenigen Erben, die Erbteile erhalten sollen, beim Erbfall bereits verstorben sein sollten. Er kann Vor- und Nacherben einsetzen, was bedeutet, dass zunächst eine Person Erbe wird und nach dieser eine andere Person erben soll. Er kann auch bei mehreren Erben die Teilung des Nachlasses ganz oder teilweise ausschließen, z. B. um einen Familienbetrieb zu erhalten oder andere unsinnige Teilungen zu verhindern. Zur Sicherung seines letzten Willens kann er auch einen Testamentsvollstrecker ernennen, dem weitgehende Befugnisse eingeräumt werden können.

 

Er kann anordnen, dass eine bestimmte Person zwar nicht Erbe werden, aber von den Erben einen bestimmten Gegenstand oder eine Summe Geld erhalten soll (Vermächtnis) oder dass mit dem Erbe eine bestimmte Auflage verbunden sein soll, z. B. dem Ehepartner ein Wohnrecht im ererbten Haus einzuräumen.

 

Von Testamenten, wie viele sie sich vorstellen, in denen z. B. das Haus an ein Kind, das Bankguthaben an ein anderes Kind und die Möbel an das Patenkind „vererbt" werden, ist dringend abzuraten. Zum einen ist in derartigen Testamenten nie klar, ob nun alle Begünstigten Erben sein und das Erbe lediglich nach dem Willen des Verstorbenen aufteilen sollen oder ob ein Begünstigter z. B. nur die Möbel von den eigentlichen Erben herausverlangen kann, zum anderen kann derjenige, der das Testament schreibt, zu diesem Zeitpunkt nie wissen, welche Vermögenswerte bei seinem Tod vorhanden sein werden. Eine Person, die im mittleren Alter bei geistiger Frische ein Testament schreibt und das zu diesem Zeitpunkt vorhandene Vermögen verteilt, weiß nicht, ob sie nicht Jahre vor ihrem Tod pflegebedürftig wird und das Vermögen teilweise aufbrauchen muss.

 

Ein Testament sollte daher so verfasst werden, dass es auch bei Änderung der Verhältnisse noch im Wesentlichen den Willen einer Person wiedergibt. Dabei helfen Rechtsanwälte und Notare.

 

Frühere Testamente verlieren ihre Gültigkeit, wenn ein anderes wirksames Testament verfasst wird. Es gilt also immer das jeweils jüngste geschriebene und wirksame Testament.

 

Erbvertrag

In bestimmten Fällen empfiehlt sich der Abschluss eines Erbvertrages. Dieser hat den Vorteil, dass er nicht ohne Kenntnis des Vertragsteils einfach widerrufen werden kann.

Ein Erbvertrag kann z. B. die richtige letztwillige Verfügung sein, wenn ein Kind, das z. B. in das Haus seiner Eltern investiert und dieses ausbaut, eine Sicherheit benötigt, dass es das Haus später auch erben wird.

Mit „kalter" oder mit „warmer" Hand geben?

In manchen Fällen ist es günstiger, Vermögen bereits zu Lebzeiten zu übertragen, z. B. aus steuerlichen Gründen oder um eine spätere Zerschlagung des Vermögens im Pflegefall zu verhindern oder um Vermögen, das zur Belastung wird, abzugeben − z. B. ein Haus, mit dessen Pflege man überfordert ist oder in das die Kinder investieren möchten.

Auch hier ist juristischer Rat zu empfehlen, um die verschiedenen Möglichkeiten abzuwägen und Verträge zu formulieren.

Informieren Sie sich beim Rechtsanwalt oder Notar!

Auch eine Trauerverfügung ist ein wichtiger Baustein des Notfallordners.

 

DIE TRAUERVERFÜGUNG

Die Trauerverfügung regelt den Ablauf der Bestattungsfeierlichkeiten und ist neben der Patientenverfügung, der Vorsorgevollmacht und der Betreuungsverfügung eine leicht zu handhabende Verfügung im Bezug auf die Wünsche der eigenen Bestattung.

Festgehalten werden kann insbesondere, in welcher Art und Weise diese stattfinden sollen. Die Trauerverfügung kann von einem Rechtsanwalt oder Notar erstellt werden. Sinnvoll ist es aber, diese Verfügung in einem Gespräch mit einem Bestatter zu verfassen. Nicht nur im Leben gilt, alles Wichtige geregelt zu haben, auch für den Sterbefall gibt es Ihnen ein sicheres Gefühl.

Wenn Sie rechtzeitig Klarheit schaffen und Vorsorge treffen, haben Sie sowohl für sich und Ihr Andenken als auch für Ihre Lieben gut gesorgt. Denn nichts ist für die Hinterbliebenen schlimmer, als in der Trauerzeit zusätzlich mit Unklarheit und schwierigen Entscheidungenn konfrontiert zu sein.

Bestattungsverfügung als Muster hier

Checkliste für den Todesfall hier

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KONTAKTDATEN VON ANGEHÖRIGEN

 

sabrinity ordner18 030634c6An dieser Stelle Ihres Notfallordners haben Sie die Möglichkeit, persönliche Daten von Ihren Angehörigen schriftlich festzuhalten. Mit der Auflistung der Personen tragen Sie ganz wesentlich dazu bei, dass in einer plötzlichen Notfallsituation möglichst umgehend genau die Angehörigen benachrichtigt werden können, die stellvertretend für Sie wichtige Entscheidungen treffen sollen. Folgende Angehörige können auf dem Vordruck „Kontaktdaten von Angehörigen" namentlich festgehalten werden.

Eltern: Mutter und Vater, Name, Anschrift, Adresse und Telefonnummer

Schwiegereltern: Name, Anschrift, Adresse und Telefonnummer

Kinder: Auflistung der Kinder, Name, Anschrift, Adresse und Telefonnummer

Weitere Verwandte: Name, Anschrift, Adresse und Telefonnummer

In Notfallsituationen müssen oftmals unverzüglich Entscheidungen zu bestimmten medizinischen Behandlungsmaßnahmen getroffen werden. Benennen Sie daher die Person, die Sie als ersten Ansprechpartner für Ärzte und / oder Pflegepersonal vorgesehen haben.

Adresse

NOTFALL Ordner
Manfred Sack
Königstr. 26
59929 Brilon

Kontakt

Fax: (02961) 20 20
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


szi

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